Was sind Dreimonatskoliken?
Schreien und kein Ende in Sicht – Dreimonatskoliken stehen eher für einen Zustand vor allem während der ersten drei Lebensmonate als für eine echte Erkrankung. Sie beschreiben exzessives Schreien beziehungsweise anfallsartige Schreiattacken eines sonst gut gedeihenden und gesunden Säuglings, oft im Anschluss an Mahlzeiten oder in den frühen Abendstunden. Eltern sind der Verzweiflung nahe, da das Baby durch nichts zu beruhigen ist.
Experten halten das Zusammentreffen mehrerer Faktoren sowie Kettenreaktionen für die wahrscheinlichste Ursache der Dreimonatskoliken. Zu den verschiedenen Erklärungsansätzen gehört unter anderem, dass das Baby beim Trinken zu viel Luft schluckt oder die Magen-Darm-Motorik gestört ist.
UNSER EXPERTE: Dr. Guido Krandick, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Eine weitere in Betracht gezogene Möglichkeit ist eine noch zu unreife Darmflora. Auch psycho-soziale Schwierigkeiten und Interaktionsprobleme zwischen Eltern und Kind werden diskutiert.
Zuwendung und Nähe sowie ein beruhigender Tagesrhythmus tun dem Baby in dieser Phase gut. In den meisten Fällen ist der Spuk nach rund drei Monaten von heute auf morgen vorbei – die Schreiphasen reduzieren sich wieder auf ein Normalmaß von etwa einer Stunde am Tag. Nur bei etwa vier Prozent der Kinder bleibt das Problem bis zum sechsten Monat oder noch etwas länger bestehen.
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13.09.2005, aktualisiert am 23.01.2012
Bildnachweis: W&B/Privat, BananaStock/ RYF
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